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Trocken-Bohrverfahren

Das Trockenbohren unterscheidet sich im Gegensatz zu den Spülverfahren durch das abwechselnde Lösen und Fördern des Bohrgutes. Meist ist es hier auch erforderlich, das Bohrloch mit Bohrrohren zu stabilisieren.

Das Lösen des Bohrgutes erfolgt auf einer der folgenden Arten:

  • Drehbohren

  • Schlagbohren (Seilschlagbohren)

  • Rammbohren
 

Drehbohren

Wie der Name bereits ausdrückt, wird mit einem sich drehenden Bohrer gearbeitet. Der Antrieb und der Andruck erfolgen über die selbe Stange durch das Bohrloch.
Die Form der Drehbohrwerkzeuge richtet sich nach der Bodenbeschaffenheit und den Grundwasserverhältnissen. Zum Einsatz kommen unter anderen Bohrschnecken, Spiralen, Krätzer, Bohreimer und Kernbohrer.

Das Bohrgut wird durch Herausziehen des Bohrgestänges zu Tage gefördert. Diese diskontinuierliche Förderung erfordert einen wiederholten Gestängeein- und ausbau und dadurch großen Zeitaufwand.

Große Bohrschnecke

Schwere Bohrschnecke

Bohrschnecke im Einsatz

Bohrschnecke im Einsatz

   

Schlagbohren

Das Bohrgut wird hier durch einen Schlag auf die Bohrlochsohle gelöst und anschließend aufgenommen und gefördert. Das Bohrwerkzeug hängt dazu fast ausschließlich an einem Seil.

Zur Sicherung des Bohrloches und Führung des Werkzeuges kann eine Verrohrung erforderlich sein.

Man unterscheidet zwei Verfahren:

  • Seilbohren (Pennsylvanisches Verfahren) für Festgestein
  • Seilfreifallbohren in Lockergestein.

Beim Seilbohren wird ausschließlich mit Schlagbohrmeißeln gearbeitet. Der fallende Bohrstrang mit Zusatzgewichten und Meißel löst durch seine Energie das Gestein. Die Fallhöhe des Meisels beträgt in der Regel um einen Meter. In Ausnahmefällen auch 8-10 Meter.

Die Entfernung des Bohrgutes erfolgt je nach Beschaffenheit mit Sand- oder Kiespumpen, Greifern oder Ventilbüchsen (stellen Sie sich einen Eimer mit Klappen am Boden vor, durch die zwar Material eindringen, aber nicht mehr entweichen kann).

Beim Seilfreifallbohren kommen Seilbagger bzw. Greifer zum Einsatz, sowohl zum Losschlagen als auch Fördern des Bohrgutes. Deshalb auch die Bezeichnung "Greiferverfahren". Auf dem rechten Bild ist ein Einseilgreifer dargestellt. Das Seil dient gleichzeitig zum Herausziehen des Greifers sowie zum Schließen der Schaufeln. Die Schaufeln eines Zweiseilgreifers werden über ein eigenes Seil betätigt und können deshalb beliebig oft auf der Bohrsohle geöffnet und geschlossen werden. Häufiger wird in der Praxis jedoch -- wegen der einfacheren Bedienung -- die Einseilvariante zum Einsatz gebracht.

Die Verrohrung wird meist (im Gegensatz zum Seilbohren) vorauseilend eingebaut, damit das Bohrloch nicht nachrutscht.

Nach dem Einbau der Filtergarnitur wird die Verrohrung schließlich wieder herausgezogen.

 

Greiferverfahren
Greiferverfahren

   

Rammbohren

Dieses Verfahren kommt meist bei kiesigen und bindigen Böden zum Einsatz. Das Bohrwerkzeug wird hier nicht mehr durch das Fallenlassen eingetrieben, sondern durch einen druckluftbetriebenen Rammhammer, der fest mit dem Bohrwerkzeug verbunden ist. Als Bohrer kommen Schappen (Stahlrohre mit oder ohne Schneiden) und Meißel zum Einsatz.
Der Bohrer und der damit fest verbundene Hammer hängen an einem Seil und arbeiten in einem grundsätzlich verrohrtem Bohrloch.

Das Verfahren kommt nur für geringe Bohrtiefen und Durchmesser bis ca. 30cm in Frage.